
In einer Atmosphäre der Offenheit, des Respekts und der geschwisterlichen Verbundenheit nahmen Vertreter der Emmausgemeinde an einer interreligiösen Begegnung am Sonntag, den 29.03.2026 um 15 Uhr anlässlich des Festes Eid-ul-Fitr teil. Gemeinsam mit vielen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen feierten Islamic Studies Association, Fokolar Bewegung Delhi und Rabat-e-Salaam ein Eid Milan, das von Gebet, Dialog und Begegnung geprägt war.
Unter den Teilnehmenden befanden sich auch Jan Ebben, Mitglieder des Pfarrgemeinderates sowie Pfarrer Dr. Arul Lourdu, die die Emmausgemeinde bei diesem bedeutenden interreligiösen Ereignis vertraten.
Gebet aus den Quellen des Glaubens
Die Feier begann mit Lesungen aus den heiligen Schriften verschiedener Religionen: aus dem Koran, der Bibel, der Bhagavad Gita und dem Kitáb-i-Aqdas. Diese Vielfalt machte sichtbar, dass die Suche nach Gott und der Ruf zum Frieden alle Religionen verbindet.
Rund 50 Menschen – Männer, Frauen und Kinder aus dem Islam, Hinduismus, Christentum und der Bahá'í-Gemeinschaft – kamen zusammen, um nicht nur ein Fest zu feiern, sondern auch ein Zeichen der Einheit zu setzen.
Eid: Glaube, Teilen und Barmherzigkeit
Naaz Khair von Rabat-e-Salaam erinnerte daran, dass das Fest Eid-ul-Fitr mit einem Akt der Nächstenliebe beginnt: der verpflichtenden Gabe an die Armen. Erst danach gehen die Gläubigen zum gemeinsamen Gebet.
Diese Praxis zeigt:
Glaube und Barmherzigkeit gehören untrennbar zusammen.
Der Monat Ramadan, geprägt von Fasten, Gebet und Wohltätigkeit, mündet in ein Fest der Freude – aber auch der Verantwortung füreinander. Der tiefste Sinn des Islam, so wurde betont, ist Frieden.
Einheit als Weg zum Frieden
Sr. Caroline vom Fokolar Bewegung griff diesen Gedanken auf und vertiefte ihn:
Wahrer Friede beginnt im Inneren des Menschen – in der Einheit mit Gott. Diese innere Harmonie wirkt weiter in die Gemeinschaft und kann schließlich die Welt verwandeln.
Sie erinnerte an die Vision von Chiara Lubich, die bereits 1985 in Tokyo betonte:
Einheit ist der Weg zum Frieden der Welt.
Doch dieser Friede entsteht nicht von selbst. Er braucht Menschen, die ihn leben.
Die Spiritualität der Einheit lädt dazu ein:
Das Fundament dieser Einheit ist die Liebe – jene göttliche Liebe (Caritas), die allen Menschen gilt, ohne Unterschied. Wo diese Liebe erwidert wird, wächst echte Gemeinschaft, Freude und Frieden.
Gemeinsam beten – gemeinsam hoffen
Den Abschluss der Begegnung bildete ein gemeinsames Gebet und der Austausch persönlicher Gedanken. Die Moderation übernahm Sr. Lakshmi, die als engagierte Brückenbauerin im interreligiösen Dialog bekannt ist.
Für die Teilnehmenden – auch für die Vertreter der Emmausgemeinde – wurde deutlich:
Interreligiöser Dialog ist mehr als ein Gespräch.
Er ist ein gemeinsamer Weg.
Ein Weg, auf dem Menschen einander begegnen, voneinander lernen und gemeinsam Zeugnis geben für den Gott des Friedens.
Ein Zeichen für unsere Zeit
Gerade in einer Welt, die oft von Spannungen und Unsicherheiten geprägt ist, sind solche Begegnungen ein starkes Zeichen der Hoffnung.
Die Teilnahme von Jan Ebben, dem Pfarrgemeinderat und Pfarrer Dr. Arul Lourdu unterstreicht das Engagement der Emmausgemeinde für Dialog, Verständigung und gelebte Nächstenliebe.
Denn wo Menschen einander in Respekt begegnen,
wird Gottes Frieden sichtbar.

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