
Am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, kam es im Büro von Ayatollah Prof. Abdul Majid Hakim Elahi, des Vertreters des Obersten Führers der Islamischen Republik Iran in Indien, in Neu-Delhi zu einer Begegnung, die von gegenseitigem Respekt und dem Wunsch nach Verständigung geprägt war. Christliche Geistliche und ein Islamwissenschaftler nutzten die Gelegenheit, miteinander über eine Frage zu sprechen, die Menschen aller Religionen verbindet: Wie können wir gemeinsam zu Frieden und Menschlichkeit in unserer Welt beitragen?
Die christliche Seite wurde durch Dr. Arul Lourdu von der deutschsprachigen katholischen Emmaus-Gemeinde in Indien, Dr. Victor Edwin, Islamwissenschaftler und Initiator des christlich-islamischen Dialogs, Dr. Cyril, Direktor des Indian Social Institute (ISI), Rev. Christy von der Mar-Thoma-Kirche sowie eine Ordensschwester vertreten.
Im persönlichen Gespräch wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass Religionen Menschen zusammenführen, statt neue Gräben zu schaffen. Gerade in einer von Konflikten und politischen Spannungen geprägten Welt sollten sie sich gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und die Würde jedes Menschen einsetzen. Dabei wurde auch betont, dass Religion nicht für politische Interessen instrumentalisiert werden darf. Ein ehrlicher interreligiöser Dialog braucht Offenheit, gegenseitige Achtung und eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Glaubenstraditionen.
Ein besonders persönlicher Moment war die Überreichung des neuen Buches von Dr. Arul Lourdu an Ayatollah Prof. Hakim Elahi. Das englischsprachige Werk trägt den Titel The World Became My Family: A Pilgrim’s Journey in Search of Truth, Faith, and Humanity.
Dr. Lourdu erklärte, dass der Titel eine zentrale Erfahrung seines Lebens ausdrücke: Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion können zu einer großen Familie zusammenwachsen. Entscheidend sei nicht, was Menschen voneinander trennt, sondern was sie miteinander verbindet. Ayatollah Prof. Hakim Elahi griff diesen Gedanken auf und unterstrich die Bedeutung dieser Botschaft.
Die Begegnung war ein ermutigendes Zeichen dafür, dass ein respektvoller Dialog über religiöse Grenzen hinweg möglich ist. Sie erinnerte daran, dass Frieden nicht allein durch politische Vereinbarungen entsteht, sondern auch durch persönliche Begegnungen, gegenseitiges Zuhören und die Bereitschaft, den anderen als Mitmenschen anzunehmen.
„The World Became My Family“ – dieser Gedanke verbindet die Hoffnung, dass aus Begegnung Vertrauen, aus Verständnis Freundschaft und aus gemeinsamem Engagement eine friedlichere Welt wachsen kann.
Emmaus-Gemeinde
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